Die Idee zur EM nach Frankreich zu fahren stand schon länger fest. Als Spiel hatten wir uns den attraktivsten Gegner unsere Elf in der Gruppenphase ausgesucht. Nach dem im Vorfeld einige Vorbereitungen erfolgreich abgeschlossen werden konnten, setzte sich die Reisegruppe ganz entspannt am 15.06.16 in Bewegung.Weiterlesen

Unsere Route sollte uns über Hannover, Aachen und Belgien nach Reims führen. Wir konnten somit die Maut umfahren und sind auch nicht nervigen Cops begegnet. Also schön entspannt zum Teil per Landstraße durch Belgien und Frankreich. Gegen 21:00 Uhr erreichten wir Reims. Nach dem wir uns im Hotel vorgestellt hatten, machten wir uns auf ins Zentrum, um mal in das französische Nachtleben einzutauchen. Die „Party Meile“ von Reims war bestückt mit sehr vielen Franzosen und einigen Albanern, die das Spiel angespannt verfolgten. Und natürlich wie sollte es sein, waren auch zahlreiche Jungs von der Insel in den Kneipen. Auf Landsleute trafen wir nicht, so musste in den Bars unser Englisch und unsere positive Ausstrahlung inklusive 49. Bizeps von R. für einen netten Austausch herhalten, was auch sehr gut gelang!;-) Gegen Zwei Uhr verließen wir die Kneipenmeile und traten den Rückweg zum Hotel an.
Am Donnerstag, den 16.06.16 klingelte um Sieben Uhr der Wecker. Interessante Beobachtungen machten wir beim Frühstück der verschiedenen Kulturen (Russen, Engländer, Franzosen und German Boys), wer wieviel und was am Buffet isst!:-) Gegen 9:00 Uhr brach der Mob Richtung Hauptstadt auf. Die Fahrt verlief ganz entspannt und die Vorfreude stieg immens an. Die Stadt der Liebe erreichten wir gegen 12:00 Uhr. Irgendwie waren alle Tiefgaragen am Stadion für uns nicht vorgesehen, und so parkten wir etwas illegal und kostenlos rund 100 Meter Luftlinie vom Stadion entfernt. Mit der Metro ging es dann Richtung Eifelturm. Hier trafen wir auf sehr viele Engländer, Polen und Deutsche und viele weitere Fußballfans. Kanister-Kopf Module wurden nur einzelne in sehr schöner Begleitung gesehen. Nach den obligatorischen Fotos, machten wir uns mit dem Taxi durch das Verkehrschaos von Paris auf zum legendären „Moulin Rouge“. Dort trafen wir uns mit den ersten Gruppen. Mit der Zeit stießen weitere sportliche Jungs hinzu, so dass die Gruppe auf ungefähr 50 Leute anstieg und sich langsam in Bewegung setzte. Ziel war der Gare du Nord, wo sich der restliche deutsche Mob ansammelte. Auf dem Weg dahin, musste sich unsere Gruppe wieder teilen, da uns bereits der erste Zivi Gesellschaft leistete. Am Gare du Nord angekommen, war schon eine stattliche Gruppe von sportlichen Bundesbürgern zu sehen. Natürlich blieb dies nicht unbemerkt und so war die Gendarmerie schon präsent. Dort hielt man sich eine Zeit lang auf, eh sich der Mob bestehend aus Dresden, Leipzig, BFC, Erfurt, Chemnitz, Hannover, Köln, Kiel usw. zu den Gleisen aufmachte. Ziel war der Stadtteil Saint – Denis, wo sich das Stade de France befand. „Deutschland Hooligans“ Rufe und andere Klassiker hallten durch den Bahnhof. Einige Polen die frech an der Seite standen und ihre Schals hochhielten bekamen ein paar Backpfeifen. Die Fahrscheinkontrolle wurde vom Mob außer Kraft gesetzt. Im Zug eingestiegen, bekamen wir die Informationen, dass der Zug nicht losfährt. Daher herrschte auf den Gleisen eine Ungewissheit, wie und mit welchen Zug wir jetzt zum Stadion fahren sollen. Ein kurzer Schlagabtausch zwischen der Gendarmerie und den Bundesbürgern auf dem Gleis durfte natürlich auch nicht fehlen. So trennte sich der große Haufen von ungefähr 250 – 300 Leuten und wir fuhren von einem anderen Gleis aus mit unserer Dynamo Truppe zum Stadion. Als wir am Stadion angekommen waren, wurden wir erstmal von den Cops aufgehalten, es folgte zum Teil eine lasche Körperkontrolle und dann durften wir den Bahnhof verlassen und uns in das Fangetümmel stürzen. Hier ergab sich ein Bild, was im Westen der Republik gängig ist, ein buntes Treiben und Vermischen der Fangruppen. Da einige Dresdner noch keine Karten für das Spiel hatten, wollten wir in der ersten Sicherheitszone noch nach Karten suchen. Karten gab es noch genug, aber zu utopischen Preisen…. Letztendlich gelangten alle Dynamos mit und auch OHNE Karten in den Block der Deutschen. Da sage mal einer, HOCHSICHERHEITSSPIEL, EM, verschiedene Sicherheitsringe usw. Niemand hält DYNAMO auf!:-) Das Stadion kann sich durchaus sehen lassen, wir hatten Karten direkt hinter dem Tor. Diesen verließen wir aber, und machten es uns im Oberrang bequem. Die Stimmung war recht gut und hier muss man sagen, dass die Polen die Nase vorne hatten. Diese Erfahrung machten wir schon beim Relegationsspiel 2014 in Warschau, wo wir von der Stimmung der Polen beeindruckt waren. Bei der Hymne von Polen erleuchtete eine Fackel, was unsere Augen zum Leuchten brachte. Geile Aktion, wäre interessant zu sehen, wenn es anstatt einem 0:0 ein 2:2 gegeben hätte, was durchaus angesichts der vielen Chancen gerecht gewesen wäre. So trennten sich beide Nationen 0:0. Nach dem Spiel sammelte sich unsere Reisegruppe am Auto. Von dort aus ging es wieder mit dem Taxi zum Gare du Nord. Man munkelte, dass sich dort der deutsche Mob wieder treffen sollte. Das Bild was sich jedoch hier zeigte war sehr enttäuschend. Vielleicht 50 Leute fanden wir vor, und gut 20 Zivis und eine große Anzahl an Cops. Dort erfuhren wir, dass es am Stadion paar Festnahmen gegeben hatte, als einige die Wucherpreise der Kartenhändler nicht bezahlen wollten und es diesbezüglich mit den Cops geknallt hat. Ein mittlerweile freigelassenen Kieler berichtete uns, dass die anderen drei Jungs (Kiel, LOK und Köln) erst am nächsten Morgen wieder freigelassen wurden. Wir machten uns dann zu Fuß auf zum „Moulin Rouge“, um zu sehen ob dort noch etwas los war. Aber auch hier nur noch einzelne deutsche Schlachtenbummler vertreten und jede Menge Polen und Engländer. Gegen 3 Uhr brachen wir die Rückreise nach Deutschland an. Die Rückfahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse und man erreichte 14:00 Uhr Hannover. Für einige der Reisegruppe ging es dann noch weiter in die Hauptstadt.

Sport frei

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